Satzzeichen sind das i-Tüpfelchen der Sprache.
Wussten Sie, dass Satzzeichen Leben retten, aber auch ruinieren können? Viele Menschen gehen eher lasch mit den gängigen Satzzeichen-Regelungen um. Das ist nicht nur in der deutschen Sprache so. Auch in anderen Sprachen, wie Englisch, tummeln sich unzählige Satzzeichenfehler, die zur Verwirrung führen können.
Was ist die Frau ohne Mann?
So bringt allein die Setzung unterschiedlicher Satzzeichen den Feminismus an Schulen zum Vorschein. „Woman, without her man, is nothing.” (Eine Frau ohne ihren Mann ist nichts) – so die Originalfassung.
Setzt man die Satzzeichen anders, kommt ein völlig anderer Sinn heraus: „Woman! Without her, man is nothing.“ – nämlich: „Frau! Ohne sie ist ein Mann gar nichts.“
Wenn der Opa auf dem Speiseplan steht
Opa Heinrich freut sich immer, wenn sein Enkel Tim ihm eine SMS schreibt – vor allem dann, wenn Opa Heinrich zum Essen bei Schwiegertochter und Anhang eingeladen ist. Neulich jedoch traute er seinen Augen kaum, als sein Mobiltelefon klingelte. „Komm, wir essen Opa!“ lasen seine schon müden Augen. Die anfängliche Empörung wich dem Entsetzen. Fluchtgedanken schossen durch seinen Kopf. Allein der eigene Hunger trieb ihn in die Küche seiner Familie.
Was war passiert? Tim hatte in der Eile ein Komma vergessen. Statt „Komm, wir essen, Opa!“ zu schreiben, schrieb er eben „Komm, wir essen Opa.“ Verständlich, dass Opa Heinrich Angst bekam.
Wenn die Phonetik verwirrt
Selbst lautsprachlich kann es zu Verwirrungen und Missverständnissen kommen. Können Sie sich noch an die Werbung des Autoherstellers Ford aus dem Jahre 2001 erinnern? Ford! Die tun was.“ Je nachdem, wie dieser Satz betont wird, tun sie tatsächlich etwas – Angst einjagen oder mit Qualität überzeugen.
Liegt die Betonung auf „Ford“, wird schnell impliziert, dass Derjenige weglaufen soll. Wird hingegen der hintere Teil des Slogans betont, wird die Qualität des Autos betont. Passen Sie also auf, wie Sie künftig etwas sagen.